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Jüdisches Museum Frankfurt

Am 21. Oktober 2020 wurde das Jüdische Museum in Frankfurt offiziell wieder eröffnet. Es ist jetzt modern und trotzdem geschichtsträchtig. Ein virtueller Besuch.

 

Fünf Jahre hat es gedauert, vor gut einem halben Jahr war es dann soweit: Das Jüdische Museum Frankfurt öffnete nach einer langen Bauphase wieder seine Pforten. Wenn auch der Zeitpunkt wegen der Corona-Beschränkungen mehr als ungünstig war, war die Eröffnung trotzdem ein geschichtlicher Meilenstein.

Der berühmte Rothschild-Palais wurde renoviert, ein Neubau kam hinzu. Das älteste Jüdische Museum der Bundesrepublik Deutschland erstreckt sich jetzt über eine Gesamtfläche von 2000 Quadratmeter.

Seit dem 11. März erfolgte die schrittweise Öffnung für Besucher und Besucherinnen unter strengen Hygieneauflagen.

Das architektonische Ensemble aus historischem Rothschild-Palais rechts und modernem Lichtbau links. Foto: Norbert Miguletz © Jüdisches Museum Frankfurt.

Das lichtdurchflutete Atrium im Lichtbau des neuen Jüdischen Museums von Staab Architekten. Foto: Norbert Miguletz © Jüdisches Museum Frankfurt.

Das Historische Treppenhaus im Stil der Neorenaissance im historischen Rothschild-Palais während der jüngsten Renovierung. Foto: Norbert Miguletz © Jüdisches Museum Frankfurt.

 

Neue Dauerausstellung

Die gesamte jüdische Geschichte Frankfurts von der Aufklärung über die Emanzipation und Gegenwart wird nun in einer neuen Dauerausstellung beleuchtet. Verschiedene Schwerpunkte zeigen auf drei Etagen und 1400 Quadratmetern die Facetten von damals.  

Avi Biran (geb. 1964), Chanukka-Leuchter, Israel, 2008, Aluminium, H 12 cm. © Jüdisches Museum Frankfurt

Jakob Nussbaum (1873 – 1936), Der Frankfurter Opernplatz, Frankfurt am Main, 1905, Öl auf Leinwand, 86,5 × 106,5 × 4 cm (Rahmenmaß) © Familie Frank Zentrum / Anne Frank Fonds Basel.

Benno Elkan (1877 – 1960), Chanukka-Leuchter "Die fünf Makkabäer", Frankfurt am Main, um 1925, Bronze, 68,8 × 77,5 cm. © Jüdisches Museum Frankfurt

Ludwig Meidner (1884 − 1966), "Klagender unter Toten", aus dem Zyklus "Leiden der Juden in Polen" oder "Massacres in Poland", Großbritannien, London, 1942 – 1945, Aquarell, Kohle, 55,5 × 75,8 cm. © Jüdisches Museum Frankfurt

 

„Frankfurt erhält mit diesem Museumskomplex ein neues Zentrum für jüdische Geschichte und Gegenwart. Dass das Museum eine Neueröffnung am alten Ort und gleichzeitig neuer Adresse, dem Bertha- Pappenheim-Platz 1, feiern wird, ist etwas Außergewöhnliches“, erzählte Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig kurz vor der Eröffnung.

Insgesamt sammelt, erforscht und bewahrt das Jüdische Museum Frankfurt mehr als 20.000 Kulturgüter und Zeugnisse jüdischen Lebens in Frankfurt und Hessen. Auch online macht das Museum die Familiennachlässe und Sammlungen zugänglich.

 

Programmvielfalt

Das Museum ist da um zu lehren, zu publizieren und zu führen. Es gibt Fortbildungen für Lehrer, viele Angebote für Schulklassen, ein großes Kinderprogramm sowie Führungen durch Frankfurt, die Geschichte hautnah erlebbar machen. Ganz neu ist außerdem der Yogakurs, der jeden Mittwoch Abend für Anfänger und jeden Freitag morgen für Fortgeschrittene stattfindet.

Um Antisemitismus und Rassismus vorzubeugen und junge Leute zu sensibilisieren, gibt es ein präventives Bildungsprogramm mit dem Namen Anti Anti. Die Schüler und Schülerinnen in Berufsschulklassen werden in ihrer Persönlichkeit gestärkt, sollen sich selbst reflektieren und mit Diversität auseinandersetzen.

Das renovierte Rothschild-Palais von der Mainpromenade aus. Foto: Norbert Miguletz © Jüdisches Museum Frankfurt.

 

Für unermüdlichen Einsatz

Anlässlich der Wiedereröffnung erhielt Prof. Dr. Saul Friedländer den Ludwig-Landmann Preis für Mut und Haltung als Historiker und Zeitzeuge.

Damit werden alle zwei Jahre Menschen ausgezeichnet, die „sich für eine offene und moderne Gesellschaft, für die Vermittlung von jüdischer Geschichte und Kultur, gegen Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit, für transkulturelle Verständigung und interreligiösen Dialog, für respekt- und wirkungsvolle Formen der Erinnerung an den Holocaust und die Verteidigung des Existenzrechts des Staates Israel einsetzen.“

Der Sohn jüdischer Eltern wurde von den Nationalsozialisten verfolgt und lebte unter falschem Namen in französischen Kinderheimen. Nach dem Krieg emigrierte er nach Israel und wurde zu einem renommierten Historiker. Er setze sich stark mit dem Dritten Reich und den Verfolgungen auseinander.

 

Jüdisches Museum Frankfurt
Bertha-Pappenheim-Platz 1
60311 Frankfurt am Main
Tel: + 49 (0) 69 212 35000

Titelbild: Ariel Schlesingers Skultpur "Untitled" (2019) auf dem Vorplatz des neuen Jüdischen Museums Frankfurt. Foto: Norbert Miguletz © Jüdisches Museum Frankfurt.

 

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